Abofalle: Musterschreiben wegen exklusiv-modelagentur.com

In einem anderen Artikel habe ich bereits in den Kommentaren einen Mustertext für eine Email zur Abwehr der Forderungen der exklusiv-modelagentur.com (M.B.L.W.U Partner LTD, Wieczorek und Partner Ltd., …) geschrieben. Diesen Text will ich nun noch einmal hier etwas strukturierter wiedergeben. Zunächst aber noch einige Hinweise:

  • Theoretisch ist eine Kündigung nur schriftlich möglich, da hier jedoch ein Widerrufsrecht ausgeübt und eine Anfechtung erklärt wird, reicht die Übersendung per Email. Ob ein Einschreiben nach London wirklich sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln. Ist das dort nur eine Briefkastenfirma, so stellt sich die Frage, wer denn das Einschreiben annehmen soll?! Zudem kommuniziert der Anbieter mit Ihnen ohnehin ausschließlich per Email.
  • Um später sicher nachweisen zu können, dass die Email auch abgesendet wurde, sollte diese als “Blindkopie” (bcc, blind copy) an einen guten Bekannten oder eine gute Bekannte gesendet werden. Diese erhält das dann ebenfalls per Email und kann später als Zeugin dies bestätigen. Wer niemanden hat, kann ausnahmsweise meine Adresse nutzen: peters [ätt] bischoff-kollegen.de (das [ätt] durch @ ersetzen!). Ich sammle die Emails ohne weitere Kosten, ohne Risiko und ohne ein Mandatsverhältnis. Sollte später Ärger drohen, kann ich dann weiterhelfen.
  • Die Email sollte folgende Empfänger haben: anmeldung@exklusiv-modelagentur.com, kontakt@exklusiv-modelagentur.com, rechnung@exklusiv-modelagentur.com, widerruf@exklusiv-modelagentur.com – diese Emailadressen sind in den EMails mit den Rechnungen, Mahnungen und auf der Webseite zu finden. Zusätzlich kann das Webformular genutz werden, welches unter “Kontakt” auf der Webseite der Firma zu finden ist.
  • Auch wenn hier negative Antworten kommen sollten (Frist abgelaufen etc.), einfach das dann ignorieren.
  • Wenn ein Mahnbescheid kommen sollte, dann auf jeden Fall “Widerspruch insgesamt” ankreuzen und an das Gericht zurück senden – ich empfehle dann aber zusätzlich anwaltlichen Rat!
  • Persönlich würde ich zusätzlich eine Strafanzeige empfehlen. Gehen viele dieser Anzeigen ein, steigt der Druck, dort auch passende Ergebnisse in den Ermittlungen zu erzielen und die Verfahren nicht einfach einzustellen. Sollte eine Einstellung erfolgen, am besten dagegen Beschwerde einlegen. Sie sollten aber nicht zu viel Hoffnung in dieses Verfahren setzen.

Hier aber nun der Mustertext:

Sehr geehrte Damen und Herren,
in Ihrer Email vom ……. fordern Sie von mir den Betrag in Höhe von 36,00 EUR für die angebliche Inanspruchnahme einer Serviceleistung. Einen Vertrag über eine solche kostenpflichtige Dienstleistung habe ich jedoch nicht abgeschlossen. Daher können Sie auch keine Forderung mir gegenüber geltend machen. Sollten Sie jedoch diesen Anspruch weiter verfolgen wollen, fordere ich Sie hiermit auf, mir Auskunft zu geben, wann es wie zu einem solchen Vertragsschluss mit Ihnen gekommen sein soll und wie Sie mich hinsichtlich der Bestimmungen zum Fernabsatz informiert haben.
Verwundert bin ich nach wie vor, dass ich nun eine Rechnung einer Firma „Wieczorek und Partner Ltd.“ erhalten habe. Auf der Webseite http://exklusiv-modelagentur.com/ steht unter „Kontakt“ jedoch nur die Firma „M.B.L.W.U Partner LTD“. Weiterhin kann auch aktuell auf der Seite kein ausreichender Preishinweis auf einen kostenpflichtigen Service gefunden werden. Die versteckte Angabe innerhalb der AGB reicht dafür nicht aus. Entsprechend der gesamten Gestaltung der Seite konnte ich daher nicht von einem kostenpflichtigen Dienst ausgehen. Weiterhin fehlt es an einer ausreichenden Widerrufsbelehrung.
Hiermit widerrufe ich die möglicherweise mit der M.B.L.W.U Partner LTD bzw. der Wieczorek und Partner Ltd. bestehenden Verträge. Hilfsweise erkläre ich die Anfechtung des Vertragsschlusses wegen arglistiger Täuschung und wegen des Irrtums über den Inhalt der Verträge. Hilfsweise wird die Kündigung erklärt.
Die geltend gemachte Forderung wird ausdrücklich bestritten. Nach Paragraph 28a Absatz 1 Nr. 4d Bundesdatenschutzgesetz ist eine Übermittlung meiner personenbezogenen Daten über diese bestrittene Forderung unzulässig. Zudem fordere ich Sie auf, meine persönlichen Daten einschließlich etwaiger für mein Profil hochgeladener Bilder nicht weiter zu verwenden, insbesondere diese Dritten nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Etwaige urheberrechtliche Nutzungsrechte bestehen nicht mehr. Weiterhin wird eine möglicherweise erteilte Ermächtigung zur Zusendung von Werbung einschließlich der Zusendung von Newslettern widerrufen. Sollten Sie gegen diese Aufforderungen verstoßen, werden neben zivilrechtlichen Schritten auch strafrechtliche Maßnahmen angedroht.
Zusammenfassend werden Sie keinerlei Zahlung von mir erhalten. Auch die Einschaltung eines Inkassobüros oder andere außergerichtliche Schritte können Sie sich sparen.
Mit freundlichen Grüßen

Ein Anspruch auf Vollständigkeit oder eine Erfolgsgarantie kann natürlich nicht übernommen werden (haftungsrechtlicher Hinweis). Erst in einem konkreten anwaltlichen Mandat kann auch auf spezifische Besonderheiten des Einzelfalls eingegangen werden.